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ETF oder Investmentfonds: was der Unterschied wirklich kostet

ETF und Investmentfonds tun dasselbe — sie bündeln das Geld vieler Anleger und verteilen es auf viele Titel — kosten aber sehr unterschiedlich: ein ETF im Schnitt rund 0,2% pro Jahr, ein Fonds zwischen 1,5% und 2%. Klingt wenig, frisst über zwanzig Jahre aber etwa ein Viertel des Ergebnisses.

Der eigentliche Unterschied: wer entscheidet, was gekauft wird

Ein Investmentfonds hat einen Manager, der die Titel auswählt: Er analysiert Unternehmen, kauft dieses und verkauft jenes und versucht, den Markt zu schlagen. Diese Arbeit muss bezahlt werden — von Ihnen, jedes Jahr, ob sie gelingt oder nicht.

Ein ETF wählt nicht aus: Er bildet einen Index nach. Enthält der Index 500 Unternehmen, kauft der ETF alle 500 im gleichen Verhältnis. Niemand muss entscheiden, also kostet er wenig. Dafür wird er den Markt nie schlagen — aber auch nie deutlich hinter ihm zurückbleiben.

Die Zahlen, weil Prozente täuschen

10.000 Euro, zwanzig Jahre liegen gelassen, 6% Bruttorendite pro Jahr. Mit einem ETF zu 0,2% bleiben rund 30.900 Euro. Mit einem Fonds zu 1,8% bleiben rund 22.700 Euro.

Das sind über 8.000 Euro Unterschied, mehr als ein Viertel des Ergebnisses — und nichts davon hängt davon ab, wie gut der Manager war. Es sind schlicht die Kosten. Die Kosten sind das Einzige an Ihrer Anlage, das Sie im Voraus sicher kennen; die Rendite nicht.

Wann ein Fonds trotzdem sinnvoll ist

Manche Märkte lassen sich nur schwer oder teuer über einen Index abbilden: wenig gehandelte Anleihen, kleine Unternehmen in Schwellenländern, Strategien, die kein Index beschreibt. Dort kann ein Manager etwas beitragen, das seine Gebühr wert ist.

Und es gibt den menschlichen Fall: Wenn jemand, der sich um Ihr Geld kümmert, das Einzige ist, was Sie im Crash vom Panikverkauf abhält, dann kauft diese Gebühr ein Verhalten — und das Verhalten ist mehr wert als die Gebühr.

Kurz gefasst

  • Der Fonds bezahlt einen Manager, der auswählt; der ETF bildet einen Index nach und kostet weit weniger.
  • Typischer Unterschied: 0,2% gegenüber 1,5-2% pro Jahr.
  • Über zwanzig Jahre kann das mehr als ein Viertel des Endergebnisses ausmachen.
  • Die Kosten kennen Sie vorher, die Rendite nicht — deshalb wiegen sie schwerer, als sie aussehen.

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